
Im September 2021 pachtete der NABU Düsseldorf eine ehemals vom Gartenbau intensiv bewirtschaftete Fläche von 4.000 qm, um diese in eine Wildblumenwiese zu verwandeln. Maßnahmen zur Vorbereitung des Bodens für das geeignete Saatgut waren: Entfernen von Brombeerwurzelstöcken, Disteln, Löwenzahn, Ampfer und anderen nicht erwünschten Ackerkräutern; danach Pflügen, Grubbern, Eggen und Entsorgen von Müll jeglicher Art. Anfang Oktober 2022 wurden regionale Wildblumen und Gräser eingesät. Im Mai 2023 zeigten sich die ersten (für die Jahreszeit typischen) Blüten von Mohn- und Kornblumen sowie Gräsern.
Möchten Sie durch Ihre ehrenamtliche Mitarbeit zum Gelingen dieses Projektes beitragen, um diese Wildblumenwiese weiterzuentwickeln? Sie soll Insekten Nahrung und Nistmöglichkeiten bieten. Melden Sie sich gerne bei uns.
Lage der Wildblumenwiese in Fleher: Von der Fleher Str. aus liegt das NABU-Feld in der Straße „In der Hött“, zwischen den Hausnummern 240 und 242.
Kontakt:
Elisabeth Cura
Maria Exner
Birgitta Kluge

Die NABU-Wiese in Düsseldorf-Flehe gleicht einer Wundertüte; sie hat bisher im Frühjahr jedes Jahr anders ausgesehen. Das ist wahrscheinlich einerseits dem Klimawandel geschuldet, andererseits der zunehmenden Abmagerung der Böden, weil nicht gedüngt wird. Das wäre wie Gift für die ausgesäten Pflanzen.
Die Lehmseite des Feldes entwickelt sich immer mehr zu einem sogenannten Magerrasen – ein nährstoffarmes Habitat mit trockenheitsliebenden Pflanzen wie der allgegenwärtigen Magerwiesen-Margerite, der Schafgarbe, dem Feld-Ehrenpreis, Horn-Quellenkraut und Weichen Storchschnabel. In diesem Jahr ist auch noch das Tüpfel-Johanniskraut aufgelaufen und unter Heckenbüschen haben sich Heidenelken angesiedelt. Sie könnten allerdings auch aus Samenbeständen von früher einmal angebauten Kultur-Nelken stammen. Der kleine Wiesenknopf hat sich von einem auf 11 Exemplare vermehrt und drängt jetzt vom Rand her auf die Wiese. Das gleiche gilt für Hasen- und Feld-Klee. Ein Phänomen ist die Kuckucks-Lichtnelke. Während sie in den ersten zwei Jahren nur sehr vereinzelt zu sehen war, hat sie diese Jahr Hochkonjunktur gehabt. Sie wuchs auf fast der gesamten Lehmseite. Durch ihre strahlend rosa Blüten und den hohen Wuchs war sie kaum zu übersehen. Das anfangs feuchte Frühjahr ist ihr sehr entgegen gekommen.
Ein Highlight war der Kleine Klappertopf, der sich durch wen auch immer angesiedelt hat. Er ist ein Halbparasit und hält die Gräser, Margeriten und den Klee in Schach. Größere Vorkommen sind auf der anderen Rheinseite im Uedesheimer Rheinbogen zu finden. Die Pflanze ist ein willkommener neuer Mitbewohner auf der Wiese und bereichert sie.
Die nährstoffreiche, ursprünglich sehr torfreiche zweite Seite der Wiese ist mittlerweile so weit abgemagert, dass sich der Glatthafer dieses Jahr an manchen Stellen etabliert hat. Noch wird die Seite von verschiedensten Gräsern dominiert, doch man sieht immer mehr gelbe Tupfer vom Scharfen Hahnenfuß und auch der Rotklee wächst langsam herüber. Auch ein paar weiße Lichtnelken strahlen durch das Grün der Gräser.
Aktionen in 2025:
Im Winter haben drei Schüler im Rahmen Ihres Sozialprojekts beim NABU Düsseldorf den im Jahr zuvor angefangenen Steinwall mit Natursteinen aus einem nahegelegenen Steinbruch fertiggestellt und davor ein Sandarium angelegt. Das NABU-Team hat die Pfähle eines Insektenhauses gekürzt und das Haus an einer passenderen Stelle aufgestellt.
Im März haben die Schüler einen Faulbaum (Rhamnus frangula) an den Rand der Hecke gesetzt. Später wurden zwei eingegangene Pfaffenhütchen durch Kreuzdorne (Rhamnus cathartica) ersetzt. Der Faulbaum ist sehr schnell angewachsen und hat kurze Zeit später bereits geblüht.
Ende Mai fand eine Insektenexkursion auf dem Feld statt. Da es noch nicht gemäht war, mussten Gänge für die Teilnehmenden durch die Vegetation gemäht werden.
Wie sich die Lebenswelt auf dem Feld von 2021 bis 2025 entwickelt hat:
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Fotos: Brigitte Steinke, NABU
Lage
In der Hött, Düsseldorf-Flehe, zwischen bewirtschafteten Gartenbaubetrieben
Größe des Feldes: 4000 m², ca. 35 x 120 m
Boden: ½ sandig und lehmig-sandig, ½ torf- und sehr nährstoffreiche Blumenerde
Situation
Das Saatgut ist sehr unterschiedlich aufgegangen: Die nährstoff-/humusreiche Seite präsentiert sich Anfang Juni als Mohnblumen-Meer, die lehmreiche Seite mit primär Kornblumen. Vor der 2. Mahd sieht das Bild auf beiden Seiten sehr viel bunter aus, auch wenn wieder deutliche Unterschiede zu erkennen sind. Von den Blütenpflanzen haben 18 von 20 Arten aus dem Saatgut geblüht. Von den 9 eingesäten Gräsern konnten 7 bestimmt werden. Ab nun wird zweimal jährlich von einem Landwirt gemäht, einmal im Juni und einmal im September, und das Mahdgut abgeräumt. Die Ränder werden von Hand gemäht.
Aktionen in 2023
Frühjahr: Vorbereitung einer Informationstafel
August: Entfernen von Hirsehorsten bei einem Firmeneinsatz
Dezember: Zurückschneiden der Büsche und Brombeeren um den Strommast
Aktionen in 2024
Anbringen der Informationstafel
Beginn der Strukturierung des Feldes: Anlegen eines größeren Holzhaufens und eines kleinen Sandariums für sandliebende Insekten, Entfernen der wuchernden Sträucher um den Strommast, Setzen von 2 Johannisbeersträuchern, Anschaffen von lokalen, unbehauenen Steinen.


Das Projekt „Fleher Feld“ wurde vom Insektenschutzfonds des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) e.V. gefördert