Amphibienwanderung am Unterbacher See

Amphibien-Projekt des NABU Düsseldorf e. V.

Erdkröten Wanderung / Foto: Heinz Strunk
Erdkröten Wanderung - weibliche Kröte trägt männliche Kröte / Foto: Heinz Strunk NABU

Sobald die nächtlichen Temperaturen über 5 Grad plus steigen und die Witterung nicht zu trocken ist, erwachen Kröten, Frösche und Molche aus der Winterstarre und treten die Wanderung zu den Laichplätzen an. Dabei erleiden viele auf diesem Weg beim Überqueren von Straßen den Tod - sei es durch Überfahren von Fahrzeugen oder Farrädern, aber auch allein durch die Druckwelle, die jenseits einer Geschwindigkeit von 30 km/h entsteht.


Im Jahr 2020 erhielt der NABU Düsseldorf e. V. die Information, dass Amphibien auf der Straße am Nordufer des Unterbacher Sees überfahren wurden. Diesen Geschehnissen hat sich der NABU Düsseldorf mit der  ersten Kröten Schutz Aktion 2021 mit einem Testprojekt angenommen. Nachdem die Einwilligung des für diese Region zuständigen Zweckverbands Unterbacher See vorlang, gründete der NABU Düsseldorf eine Amphibien AG. Dank einer Leihgabe der Landschaftspflegestation Hexhof Düsseldorf konnte nun auch im Jahr 2022 ein 200 Meter langer Krötenschutzzaun am Nordufer aufgebaut und das Amphibien Schutzprojekt erneut gestartet werden. 21 Eimer wurden im Abstand von 10 Metern in die Erde versenkt, sodass die Tiere am Krötenzaun ankommend, in die Eimer rutschen und so unversehrt über die Straße getragen werden können. In jedem Eimer steht ein Stock, der ggf. verirrten Kleinsäugetieren oder Käfern die Möglichkeit zum Herausklettern bietet. Eine Laubeinlage schützt die Amphibien vor neugierigen Wieseln oder Waschbären.

 

Die Tiere müssen mit sauberen Handschuhen (am besten Nitrilhandschuhe) welche die empfindliche, schleimige Haut von Fröschen schützt, aus den Eimern genommen und täglich bis 8.30h und abends mit Einsetzen der Dämmerung über die Straße, zum nächsten Uferrand gebracht werden. Jedes Tier wird bestimmt und in einer Bestandsliste erfasst.

 

Falls Helfer/innen in den letzten 3 Tagen in einem anderen Naturgebiet außerhalb von Düsseldorf waren oder in den darauffolgenden Tagen vorhaben mit den gleichen Schuhen zu wandern, müssen vor und nach der Begehung  von Wald oder Grünflächen, außerhalb von geteerten Wegen, die Sohlen und seitliche Kanten mit Ethanol abgesprüht werden. Es wird so verhindert, dass der im Kreis vorkommende Salamander – Hautpilz, (Batrachochytrium salamandrivorans - kurz Bsal) nicht von einer Amphibienpopulation zur nächsten verschleppt wird. Informationen zum Salamanderhautpilz, der auch Molche befallen kann, erhalten Sie hier


Zu Erwarten sind in der Region Düsseldorf, Unterbacher See:

Hauptsächlich Erdkröten und vereinzelt Grasfrösche, Wasserfrösche, Teichmolch und Bergmolch

 

Links: Erdkröten Weibchen / beide Fotos: Heinz Strunk NABU

Rechts: Weibliche Erdkröte trägt Männliche; Weibchen sind größer, Männchen kleiner mit schwarzen Zehenspitzen

                

Links: Grasfrosch / Foto: Heinz Strunk NABU

Rechts: Wasserfrosch / Foto: Kathy Büscher NABU

 

Links: Teichmolch / Foto: Kathy Büscher NABU

Rechts: Bergmolch / Foto: Eric Neuling NABU

 

Amphibien Steckbriefe und Bestimmungshilfen


Helfende Hände gesucht!

Es gibt wohl kaum eine Naturschutzgruppe, die dringender Unterstützung benötigt, denn Amphibienschutz ist Handarbeit. Vorkenntnisse sind nicht zwingend nötig. Die Saison erstreckt sich in der Regel über ca. 6 Wochen. Es wäre schön, Naturbegeisterte zu gewinnen die an vielen Tagen, am Nordtrand des Unterbacher Sees, mit anpacken können aber auch bei geringerer Verfügbarkeit ist Hilfe willkommen.

 

Wir und die Amphibien, vorwiegend Erdkröten, freuen uns über eine rege Beteiligung!

Interessierte Helferinnen und Helfer schreiben eine E-Mail an:

 

 

 Kontakt per E-Mail: amphibien@nabu-duesseldorf.de


An dieser Stelle unseren herzlichsten Dank allen Helferinnen und Helfern für das Gelingen des Amphibien-Projekts!