Obstbaumwiese

Ein Kleinod am Unterbacher See

kleiner Sonnenröschenbläuling
Eine Sensation: Der kleine Sonnenröschenbläuling (Aricia agestis) wurde im September erstmals auf der NABU-Obstbaumwiese entdeckt. / Foto: Tobias Krause

Eine Oase im Düsseldorfer Osten: Auf einer weitläufigen Wiese wachsen alte hochstämmige Äpfel, Birnen und Zwetschgen, geschützt von großen Bäumen des Eller Forst.


Diese Obstwiese am Naturschutzgebiet hat das Gartenamt der Stadt 2007 dem NABU Düsseldorf zur Nutzung überlassen. Zu den alten hochstämmigen Obstbäumen, die lange Zeit nicht gepflegt worden sind, kamen direkt zwei Pflaumenbäume, ein Birnenbaum und vier Apfelbäume hinzu, die mit Hilfe eines Fachmanns gepflanzt wurden. Parallel dazu wurden die älteren Bäume fachgerecht geschnitten.

 

Bereits seit 2007 feiern wir dort einmal im Jahr im Herbst das beliebte Apfelfest. Bei regelmäßigen Pflegeaktionen mit Freiwilligen wird Wildwuchs zurückgeschnitten und Totholz an zwei zentralen Stellen gesammelt. Zudem gibt es Nistkästen und Insektenhotels. Um die Biodiversität der Streuobstwiese weiter zu vergrößern, wird die Wiese sorgfältig gemäht.

 

Viele Pflegeaktionen im Frühjahr

Phase eins war erfolgreich, nun läuft Phase zwei im Projekt „Erhöhung der Artenvielfalt auf der Obstwiese am Unterbacher See“. Nachdem 2019 in mehreren Pflegeaktionen über 140 Arbeitsstunden zusammenkamen, ging es bereits im Februar munter weiter. Die Obstbäume sind nun fachkundig geschnitten. Wuchernde Brombeeren- und Buschtriebe wurden gestutzt, viele Brennnesseln samt Wurzeln entfernt. Zudem gibt es jetzt hinter dem Zaun eine kleine Auslichtung. Einige Bäume standen im April in schönster Blüte, darunter eine alte Birne, die Rheinbirne.

Neu ab 2020: Um die Nistkästen auf der Obstwiese kümmert sich die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft mit Koordinatorin Monika Neubauer. Die Kästen werden regelmäßig gereinigt, an passenden Stellen aufgehangen und bei Bedarf ergänzt. Die Gruppe betreut nicht nur Nistkästen auf der Obstwiese sondern im ganzen Stadtgebiet. 2020 werden das etwa 100 sein.

Auch die nächste Wildblumeninsel ist entstanden – hier wurden kürzlich Wildblumen und Wildgräser gesät. Die verwendete zertifizierte Saatgutmischung für das Rheinische Bergland hat das Düsseldorfer Gartenamt geliefert. Bei dieser Aktion konnten erste Insekten beobachtet werden: der Gefleckte Weidenblattkäfer (gelb mit je zehn schwarzen Flecken auf den Flügeldecken, siehe Foto unten) und eine Gartenhummel, die sich in einer Kronröhre der weißen Taubnessel versteckte.

Sehr stark wachsen weiterhin die großen Brennnesseln, die sicher wieder tatkräftig eingegrenzt werden müssen. Zunächst fallen alle geplanten Einsätze wegen der Corona-Ausbreitung aus. Doch im Sommer können Interessierte voraussichtlich wieder an Pflegeeinsätzen teilnehmen, meistens am Wochenende für einige Stunden. Gemeinsam mit Gleichgesinnten ist dies eine sehr bereichernde Erfahrung. Wir freuen uns über alle, die mitmachen möchten. Bei Interesse bitte einfach mailen.

 

Kontakt:

Teresa Taborek-Weisker

Tel. 0211 158 259 57


Der gefleckte Weidenblattkäfer / Foto: Teresa Taborek-Weisker
Der gefleckte Weidenblattkäfer / Foto: Teresa Taborek-Weisker

Fotos: Teresa Taborek-Weisker