NABU Feld in Düsseldorf-Flehe, In der Hött

4.000 qm in Düsseldorf-Flehe sollen Wildblumenwiese werden

Diese Wildblumenwiese soll entstehen auf dem NABU Feld, In der Hött in Düsseldorf-Flehe
Diese Wildblumenwiese soll entstehen auf dem NABU Feld, In der Hött in Düsseldorf-Flehe

Im September 2021 pachtete der NABU Düsseldorf eine ehemals vom Gartenbau intensiv bewirtschaftete Fläche von 4.000 qm, um diese der Natur zurückzuführen. Maßnahmen zur Vorbereitung des Bodens für das geeignete Saatgut sind: Grubbern, Eggen, Hacken, Harken, Entfernen von Brombeeren, Disteln, Löwenzahn und anderen Ackerkräutern, Entsorgen von Plastikteilen und sonstige Arbeiten. Dafür sind viele fleißige Hände nötig.  Das Projekt „Fleher Feld“ wird vom Insektenschutzfonds des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) gefördert.

 

Möchten Sie durch Ihre ehrenamtliche Mitarbeit zum Gelingen dieses Projektes beitragen um eine Wildblumenwiese erblühen zu lassen? Sie soll Insekten Nahrung und Nistmöglichkeiten sowie Vögeln in den gepflanzten Wildsträuchern Brutstätten biete? Melden Sie sich gerne bei uns.

 

Lage des Fleher Felds: Von der Fleher Str. aus liegt das NABU Feld in der Straße „In der Hött“, zwischen den Hausnummern 242 und 244.

 

Regelmäßige Pflegeaktionen auf dem Fleher Feld finden jeden 2. und 4. Samstag im Monat von 9h - 13h statt. 

 

Kontakt:

Brigtte Steinke

Tel. 0211 349 736

wildblumenwiese@nabu-duesseldorf.de

Lageplan


Berichte über die einzelnen Maßnahmen

Aktionen auf dem Fleher Feld von April bis Juni 2022

Um die Bodenqualität für Wildblumen zu verbessern, wurde am 25. März mit witterungsbedingter Verspätung (teilweise Überflutung und Matsch) endlich der Rau-Hafer (Abb. 1.) auf dem Feld eingesät.

 

Abb.1 Rau-Hafer-Saatgut mit wenigen anderen Samen-Beimischungen
Abb.1 Rau-Hafer-Saatgut mit wenigen anderen Samen-Beimischungen

Bald hatte man allerdings das Gefühl, dass sich das Feld zu einem Hafermast-Betrieb für ein Nilgans-Pärchen, Enten, Dohlen und andere Vögel entwickelt (Abb 2). 

Abb. 2 Das Singdrossel-Paar ist auf dem Ackerboden gut getarnt und natürlich nicht ungebeten.
Abb. 2 Das Singdrossel-Paar ist auf dem Ackerboden gut getarnt und natürlich nicht ungebeten.

Dagegen musste etwas getan werden: Ende März wurden das Feld in mehreren Schüben mit Stöcken versehen, an die vorher Flatterband angebracht worden war (Abb. 3a und b). 

Abb. 3a/b Zur Abwehr der größeren Vögel werden Stöcke mit Flatterbändern in den Boden getrieben.

 

Der Erfolg war mäßig; denn, wie man weiß, sind vor allem Gänse intelligente Tiere. Zum Glück gesellten sich nicht weitere hinzu. Es folgten ziemlich nervenaufreibende Wochen, weil sich der nun erwünschte Regen einfach nicht einstellte. Ab Mitte April zeigten sich dennoch die ersten Hafer-Keimlinge auf der Seite des Feldes mit dem hohen Blumenerde-Anteil. Die lehmige Seite wirkte knochentrocken und es tat sich kaum etwas. Und was sich dort zeigte, hatte nicht so viel mit Hafer-Keimlingen zu tun. Was war das nur? Egal, damit mussten wir nun leben.

 

Anfang Mai war dann klar, dass es sich bei den zunächst nicht erkannten Pflanzen um Phacelien handelte (Abb. 4). Erst nach dieser Entdeckung wurde die Beschriftung des Hafersacks noch einmal genauer untersucht. Und tatsächlich: Auf dem Schild steht „Hauptbestandteil Hafer“. Wir haben diesen Umstand mit „Dann gibt es wenigsten etwas für’s Auge“ abgehakt und das Feld einige Wochen sich selber überlassen.

Abb. 4 Auf dem Feld wächst neben dem Hafer noch etwas Unerwartetes.
Abb. 4 Auf dem Feld wächst neben dem Hafer noch etwas Unerwartetes.

Fünf Wochen später zeigt sich dann tatsächlich die Pracht für’s Auge; allerdings anders als erwartet: Es ist nämlich nun die torfreiche Seite des Feldes diejenige mit dem weitaus höheren Phacelien-Anteil (Abb. 5).

Abb.5 Auf der nährstoffreicheren Seite des Feldes haben sich Phacelien durchgesetzt, im Vordergrund Gänsefuß.
Abb.5 Auf der nährstoffreicheren Seite des Feldes haben sich Phacelien durchgesetzt, im Vordergrund Gänsefuß.

Wahrscheinlich haben den Pflanzen der kargere Lehmboden in Kombination mit der starken Trockenheit zu schaffen gemacht. Dem Rau-Hafer macht dieser Umstand nicht viel aus; er wurde aus dem robusten Sand-Hafer gezüchtet. Die Lehmseite des Feldes sieht nun vorbildlich aus. Die Ackerkräuter wurden bis auf den Randbereich, wie erwünscht, im Wachstum unterdrückt; bis auf wenig Saat- und Klatsch-Mohn und zwischengestreuten Phacelien wächst dort nicht viel.

 

Vom 3. bis 12. Juni ist Insektenzähltag vom NABU und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Zeit, einmal zu schauen, was sich diesbezüglich am Feld so tut. Es zu betreten verbietet sich, weil man dabei zu viele Pflanzen niedertreten würde. Die Phacelie wird im Volksmund u.a. Bienenweide genannt. Und so ist es auch: Hochgerechnet summen auf der phacelienreichen Seite ca. 12.000 Honigbienen (Abb. 6a) und 3‑4.000 Erdhummeln herum; dazu noch einige Acker-, Stein- (Abb. 6b)- und Wiesenhummeln sowie andere Insekten.

Abb. 6a Eine von vielen Tausend Honigbienen                 sucht den Nektar in einer Phacelienblüte

Abb. 6b Auch Wiesen-Hummeln zieht der reichlich vorhandene Nektar an.


Als sehr „ergiebig“ erweist sich der Efeu, der auf der Längsseite über viele Meter an einem Zaun wächst: Davor fliegen an die 100 Hain-Schwebfliegen herum (Abb. 7a).Auffallend sind auch die vielen Marienkäfer-Larven und ‑Puppen auf den Efeublättern (Abb. 7b) selbst. Sie wurden auf ca. 30 geschätzt.

Abb. 7a Eine Hain-Schwebfliege an einem

Rainkohl-Blatt in unmittelbarer Nähe des Efeus. 

Abb. 7b Eine Larve des Siebenpunkt- Marienkäfers auf einem Efeublatt.


Insgesamt wurden an die 50 unterschiedliche Insektenarten entdeckt (s. Anhang). Davon konnten diverse Zweiflügler, Zikaden und andere nicht bestimmt werden, weil sie zu klein und oder zu schnell waren, um sie ohne weitere Hilfsmittel betrachten zu können.

 

Bis spätestens Ende Juni muss gemäht werden, weil der Hafer sonst ausreift. Dafür müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden: Ein Zweierteam aus NABU-Mitgliedern rückt mit Sensen an und mäht einen Teil der Randstreifen des Feldes, wo das Hafer-Saatgut nicht hinkam. Pfingsten wurde mit einigen Helfern überwiegend Brennnesseln, Gänsefuß und Kratzdisteln zu Leibe gerückt.

 

Die sogenannte Milchreife ist näher gerückt. Man kann sie daran erkennen, dass aus den noch grünen Haferkörnern ein milchiger Saft austritt, wenn man sie quetscht (Abb. 8).

Abb. 8 In der Milchreife tritt beim Quetschen des Haferkorns ein milchiger Saft aus.
Abb. 8 In der Milchreife tritt beim Quetschen des Haferkorns ein milchiger Saft aus.

Zeit zum Mähen. Die Haferseite geht völlig problemlos, auf der Torfseite hat der Traktorfahrer das Gefühl, dass seine Zug-Maschine schwimmt. Auch dem Kreiselmäher gefällt dieser Boden nicht. Der Traktor muss mehrfach zurücksetzen, weil die Mähscheiben aufgeben. Im Endeffekt sieht die Haferseite wie gestriegelt aus (9a), die andere Seite eher wie nach einem Wildschwein-Besuch (Abb. 9b). 


Abb.9 Der Kreiselmäher kommt unterschiedlich gut mit den verschiedenen Bodenverhältnissen zurecht.

In letzter Zeit regnet es doch häufiger. Hoffentlich trocknet das Mähgut so schnell und gut, dass es ohne Wenden gepresst werden kann – ein Kostenfaktor.


Eine Auswahl der beobachteten Insekten auf dem Fleher Feld

Stein-Hummel

Hufeisen Azurjungfer

Mist-Biene


14-Punkt-Marienkäfer

Siebenpunkt-Marienkäfer

Zweigefleckter Kugel-Marienkäfer


Echte Käferzikade

Gemeine Breitstirn-Blasenkopf-Fliege

Gemeine Feldschwebfliege


Balkenschröter

Gemeiner Weichkäfer

Nashornkäfer-Weibchen


Variabler Weichkäfer

Laufkäfer (Art unbestimmt)

Grashüpfer-Nymphe



Aktion auf dem Fleher Feld von Sept. 2021 bis März 2022

Download
Bericht Sept. 2021 bis März 2022 – Fleher Feld
Fleher Feld_Q1 2022.pdf
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Kontakt:

Brigtte Steinke

Tel. 0211 349 736

E-Mail: wildblumenwiese@nabu-duesseldorf.de