NABU Feld in Düsseldorf-Flehe

Das neu gepachtete "Fleher Feld", In der Hött 18, Düsseldorf-Flehe


Das Fleher Feld, ein 4000 Quadratmeter großes, brachliegendes Gelände, wurde vom NABU für 5 Jahre mit dem Ziel gepachtet, dort eine Wildblumenwiese anzulegen und ein Refugium für Insekten zu schaffen. Das Feld liegt unweit der großen Sportanlage in südwestlicher Lage an dem Weg „In der Hött“. Früher wurde es für den Blumenanbau genutzt.

 

Das Feld befindet sich ca. einen Meter unterhalb des gepflasterten Weges und wird an den Längsseiten von flachen Wohn- und einem Gewächshaus begrenzt. Die Lage ist entsprechend geschützt und warm. An der Seite des gepflasterten Weges wurde ein Zaun gesetzt, denn betreten werden darf das Feld nicht mehr, wenn ausgesät wurde. Begehbar ist das Feld jetzt über einen unbefestigten Weg auf der gegenüberliegenden Seite. Hier befinden sich noch Gelände einer Gärtnerei.

 

Unser Areal lässt sich vom Boden her in ca. zwei gleich große Teile teilen (s. weiße Linie in Abb. 1):

Abb. 1 Ansicht des „Fleher Felds“ vom Weg „In der Hött“ aus dem Spätsommer. Die zwei Bodentypen sind durch den weißen Strich kenntlich gemacht.
Abb. 1 Ansicht des „Fleher Felds“ vom Weg „In der Hött“ aus dem Spätsommer. Die zwei Bodentypen sind durch den weißen Strich kenntlich gemacht.

•        Der Boden zur sonnige Seite zur Häuserreihe und dem Gewächshaus hin ist normaler Ackerboden und

          vergleichsweise mager. Er hatte einen geringeren Bewuchs und bei weitem weniger der typischen 

          Ackerkräuter als die parallele Seite.

•        Die schattigere Seite ist nährstoffreich und teils sandig und durchlässig, teils humos durch Ausbringung von

         Gartenerde und Torf. Unter 20-80 cm befindet sich Sand-Lehm-Boden.

         Nach erstmaligem Grubbern ist die Seite wieder voll bewachsen, vor allem mit dem sogenannten Winter-

         Portulak. Dieser war nach der Übergabe des Feldes bereits ausgesamt und hat nun gerade optimale

         Wachstumsbedingungen.

 

Auf dem Feld fanden bisher diverse Aktionen mit vielen ehrenamtlichen Helfer/innen statt: Es wurden mehrere Stein- und Holzhaufen aufgestapelt und Insektenpfähle eingeschlagen (Abb. 2). Letztere wurden bereits gut besucht. Außerdem wurden ein kleiner Erdhügel und ein Sandarium angelegt sowie drei unterirdische Hummelnistkästen eingegraben. Hinzu kamen drei kleine Teiche. Dies alles sind Maßnahmen, damit sich Kreuzkröten, Insekten und Kleintiere ansiedeln und vermehren können und/oder Unterschlupf finden. 

Abb. 2 Kleinsthabitate mit/aus Insektenpfählen, Holz- und Steinhaufen und kleinen Teichen
Abb. 2 Kleinsthabitate mit/aus Insektenpfählen, Holz- und Steinhaufen und kleinen Teichen

Die zwei aufgestellten Igelhäuser scheinen bereits angenommen worden zu sein. Die Eingänge sind jedenfalls mit Heu „abgedichtet“.

 

Fast der gesamte Bereich wurde gemäht und der Bewuchs vom Feld entfernt (Abb. 3).

Abb. 3 Mit vereinten Kräften wird der Grünschnitt entfernt.
Abb. 3 Mit vereinten Kräften wird der Grünschnitt entfernt.

Ebenso wichtig sind die auf den ersten Blick unsichtbaren, aber genauso wichtigen Maßnahmen wie immer wieder Müll sammeln, und Disteln und andere Wildpflanzen mit langen Wurzeln, von denen es viel zu viele gibt, ausgraben. Als besonders anstrengend erwies sich das Entfernen der großen Brennnesseln mit ihren riesigen Wurzelgeflechten. Die Brombeeren waren nicht viel besser, denn deren auf dem Boden angekommenen Langtriebe hatten schon wieder gewurzelt und Ausläufer gebildet. Ähnliches hat der Efeu bewerkstelligt. Entsorgt wurden die Massen an Pflanzenmaterial anfangs mit PKW-Anhängern, später mit Containern (Abb. 4), weil es einfach zu viel wurde. Die Container wurden freundlicherweise gestiftet.

Abb. 4 Gegen die Mengen an Grünabfall kommen nur noch Container an.
Abb. 4 Gegen die Mengen an Grünabfall kommen nur noch Container an.

Am einem Wochenende im November haben Mitglieder des NABU an der Seite des unbefestigten Weges eine Hecke aus Weißdorn, Heckenrosen und Pfaffenhütchen angelegt, eine Woche später ein paar Berberitzen zwischen den Steinwällen.

 

Die Spaten warten nach wie vor jedes Wochenende ungeduldig auf freiwillige Helfer (Abb. 4). 4000 m² sind eben kein Pappenstiel.

Abb. 4 Die Spaten warten immer wieder auf Arbeitseinsätze.
Abb. 4 Die Spaten warten immer wieder auf Arbeitseinsätze.

Dieses Jahr soll der gesamte Boden noch einmal gegrubbert, evtl. auch gepflügt werden. Die Einsaat erfolgt dann im Frühjahr. Dabei wird regionales Saatgut verwendet werden. Das sind Samen gezüchteter Wildblumen, die ursprünglich aus unserer Region stammen. Ihre genetische Ausstattung ist bestens an unser Klima angepasst und macht die Pflanzen robuster als solche aus anderen Gebieten.

 

 

Inzwischen sind wir sehr gut vorangekommen und warten darauf, dass gegrubbert und gepflügt wird. Hierfür hat sich freundlicherweise jemand aus dem Gemüseanbau angeboten.

 

Kontakt:

Brigitte Steinke

Telefon Tel. 0211 349 736