Neues von der Insektenweide

Die Wildblumenwiese im Oktober

Neues von der Wildblumenwiese
Neues von der Wildblumenwiese / Foto: Christine Kammel

Wer jetzt die Wiese in Niederkassel anschaut, bemerkt sofaort eine Veränderung: Die Wiese wurde zur Hälfte gemäht. Aber warum wurde gemäht, und warum nur eine Hälfte?


Unsere Wildblumenwiese ist streng genommen gar keine Wiese. Vielmehr handelt es sich um eine Insektenweide, die fast nur aus Blumen besteht und im Unterschied zu einer Wiese kaum Gräser enthält. Eine Wiese muss mindestens einmal jährlich gemäht werden, da die konkurrenzstarken Gräser sonst die zarten Blumen verdrängen. Eine Insektenweide muss nur dann gemäht werden, wenn sich unerwünschte Pflanzen zu stark ausbreiten.

 

In unserem Fall ist das die Gewöhnliche Zaunwinde, eine hübsche Pflanze mit trichterförmigen weißen Blüten, die auch gerne von Insekten besucht werden. Leider wächst sie sehr schnell und windet sich an anderen Pflanzen hoch, was diesen das Leben schwer macht. Wer nicht nach einem Jahr ein ganzes Feld voll Zaunwinde haben möchte, muss sie in ihre Grenzen weisen. Am besten reißt man sie samt Wurzel aus, solange die Pflanzen noch klein sind. Diesen Zeitpunkt haben wir leider verpasst. In der einen Hälfte der Wiese rankte sich die Zaunwinde schon an etlichen Blumen empor. Da half nur noch Robert mit seiner Sense.

 

Die andere Hälfte unserer Insektenweide ist noch nicht von der Gewöhnlichen Zaunwinde erobert worden. Hier sollen die verblühten Pflanzen bis zum Frühling stehen bleiben, damit Insekten darin überwintern und Vögel Futter finden können.

 

Übrigens kann man auch jetzt noch einige bunte Blüten entdecken. Wenn einmal die Sonne scheint, werden sie von winzigen Wildbienen besucht, für die die Blumen eine begehrte Nahrungsquelle darstellen. Einige Wespen schwirren noch herum, auch eine Hainschwebfliege ist noch unterwegs. Manche Insekten, wie z.B. die rot-schwarzen Feuerwanzen nutzen die rosa Blüten der Malven auch als Schlafplatz. Nur die Hummeln, die im Sommer so zahlreich auf unserer „Wiese“ zu sehen waren, sucht man jetzt vergeblich. Die friedlichen Brummer haben ihren Lebenszyklus für dieses Jahr schon beendet. Nur die Königinnen überleben schlafend in einem Versteck im Boden. Sicherlich sind sie im Frühling wieder an den Blüten unserer Wiese zu sehen.


Text und Fotos: Christine Kammel – NABU  Düsseldorf e.V. -  24.10.2020