Erdkröten Wanderung / Foto: Heinz Strunk
Erdkröten Wanderung - weibliche Kröte trägt männliche Kröte / Foto: Heinz Strunk

Amphibienwanderung am Unterbacher See

Neues Amphibien Projekt des NABU Düsseldorf e. V.

Sobald die nächtlichen Temperaturen ab plus 5 Grad steigen und die Witterung nicht zu trocken ist, erwachen die Kröten, Frösche und Molche aus der Winterstarre und machen sich auf den Weg zu den Laichgewässern. Dabei erleiden viele einen schrecklichen Tod, wenn sie in Hochzeitsstimmung die Straße zu Ihren Laichplätzen überqueren oder durch den Fahrtwind, ab 30 km, eine Druckwelle entsteht, die eine organschädigende Wirkung auslösen kann.

 

Im letzten Jahr erhielt der NABU Düsseldorf e. V. die Information, dass Amphibien auf der Straße am Nordufer des Unterbacher Sees überfahren wurden. Diesen Geschehnissen geht NABU Düsseldorf nach. Nachdem die Einwilligung des für diese Region zuständigen Zweckverbands Unterbacher See, vorlang, gründete der NABU Düsseldorf eine Amphibien AG. Dank einer Leihgabe der Landschaftspflegestation Hexhof Düsseldorf konnte ein 100 Meter langer Krötenschutzzaun an diesem Wochenende aufgebaut und das Amphibien Projekt gestartet werden. 11 Eimer wurden im Abstand von 10 Metern in die Erde versenkt, sodass die Tiere am Krötenzaun ankommend, in die Eimer rutschen und so unversehrt über die Straße getragen werden können. In jedem Eimer steht ein Stock, der ggf. verirrten Kleinsäugetieren oder Käfern die Möglichkeit zum Herausklettern bietet. Eine Laubeinlage schützt die Amphibien vor neugierigen Wieseln oder Waschbären.

 

Die Tiere werden mit sauberen Handschuhe (am besten Nitrilhandschuhe welche speziell die empfindliche, schleimige Haut von Fröschen schützt) aus den Eimern genommen und täglich bis 9h morgens über die Straße zum nächsten Uferrand gebracht. Sollte es tagsüber Regnen ist ein zusätzlicher Kontrollgang zwischen 18h und 19h erforderlich. Jedes Tier wird bestimmt und in einer Bestandsliste erfasst.

 

Falls Helfer*innen in den letzten 3 Tagen in einem anderen Naturgebiet waren oder in den darauffolgenden Tagen vorhaben mit den gleichen Schuhen zu wandern, müssen vor und nach der Zaunbegehung Sohlen und seitliche Kanten mit Ethanol abgesprüht werden. Es wird so verhindert, dass der im Kreis vorkommende Salamander – Hautpilz, (Batrachochytrium salamandrivorans - kurz Bsal) nicht von einer Amphibienpopulation zur nächsten verschleppt wird. Informationen zum Salamanderhautpilz, der auch Molche befallen kann, erhalten Sie hier

 

Helfende Hände

 

Es gibt wohl kaum eine Naturschutzgruppe, die nicht dringend weitere Helfer*innen sucht, denn Amphibienschutz ist Handarbeit. Vorkenntnisse sind nicht zwingend nötig. Die Saison erstreckt sich in der Regel über zwei Monate ab Februar. Es wäre schön, Naturbegeisterte zu finden, die an vielen Tagen mit anpacken können, auch bei geringerer Verfügbarkeit, ist Hilfe willkommen.

 

Kontakt per E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@nabu-duesseldorf.de

 

Möglicherweise zu erwarten sind: Erdkröten (goldene Augen und warzige Haut), Grasfrösche (goldene Augen und glatte Haut), Grünfrösche (Grünbraun mit schwarzem Strich auf dem Rücken), Teichmolche (Braun oder Schwarz, Bauch rötlich mit kleinen Punkten), seltener Kammmolche (Schwarz mit größeren Flecken auf dem Bauch), Bergmolche (bläulich, Bauch rot ohne Flecken), Kreuzkröten (gelbliche Linie auf dem Rücken) oder Geburtshelferkröten (grau-braun, fleckig, auf der Unterseite grau bis weißlich, ohne Flecken, Augen stark hervortretend).

 

Amphibien Steckbriefe und Bestimmungshilfen 

 

Mit Spannung wird diesem ersten NABU Amphibien-Test-Projekt entgegengesehen, wer frühmorgens aus dem Eimer "Guten Quack" zuruft

 

20.02.2021 - BSF


Bau des Amphibien Auffangzauns am Samstag,  20.02.2021 - Nordstrand, Unterbacher See

Fotos: Teresa Taborek-Weisker - 20.02.2021


Einweisung der Helfer*innen über Ablauf, Amphibienarten und notwendige Maßnahmen

Fotos: Tereser-Weisker - 21.02.2021


Was haben wir im Eimer entdeckt?

1. Tag, Sonntag, 21.02.2021

     Erdkröte (weiblich)

Fotos: BSF - 21.02.2021