Düsseldorfer Sommer-Gäste gesichtet

Holzbiene, Rosenkäfer und Hornissenschwebfliege

Goldglänzender-Rosenkäfer - Cetonia aurat
Goldglänzender-Rosenkäfer - Cetonia aurat / Foto: Beate Hluchnik

Es kommt immer wieder vor, dass in heißen Sommern wärmeliebende Insekten aus südlichen Regionen Richtung Norden wandern. Sie tauchen dann meistens im Spätsommer auf.


Die durch den Klimawandel veränderten Temperaturen lassen südstämmige Wildbienenarten wie die Blauschwarze Holzbiene oder Violettflügelige Holzbiene (Xylocopa violacea) genannt, inzwischen in ein nördliches Verbreitungsareal bis zu einer Linie Osnabrück–Hannover–Berlin ansiedeln. Die Blaue Holzbiene ist die größte heimische Wildbienenart und gehört zu den Solitärbienen. Wegen ihrer Größe wird sie häufig für eine Hummel gehalten und brummt laut, ist aber sehr friedfertig. Besonders auffällig sind die blauschimmernden Flügel und der metallisch-schwarz glänzende Panzer. Die Holzbiene ist eine extrem wärmeliebende Art und eigentlich nur südlich der Alpen häufig, nördlich davon gibt es nur vereinzelte Vorkommen in Wärmeinseln der Schweiz, von Österreich und Baden-Württemberg.

Der Name Holzbiene verweist darauf, dass gerade diese Wildbiene auf Totholz angewiesen ist, denn sie nistet in den breiten Gängen von Bockkäfern. Wenn Sie ihr und anderen Wildbienen ein Zuhause geben wollen, lassen Sie am besten die Stämme abgestorbener Bäume stehen oder bauen ein Insektennistholz, das neben 4, 6 und 8 mm auch 1 cm großen Bohrlöcher für diese große Wildbienenart zur Aufzucht ihrer Brut aufweist. In den Holzgängen legt sie Nistzellen an, in denen sie eine zähe Pollenmasse als Proviant für ihren Nachwuchs hinterlegt. Dann legt sie ein Ei dazu. In den Nistkammern wachsen die Larven heran, verpuppen sich, und schlüpfen als nächste Bienengeneration. Auf dem Speiseplan der Holzbiene stehen vor allem Schmetterlings-, Korb- und Lippenblütlern. Diese schwarze Schönheit benötigt besonders pollenreiche Blüten wie Zierwicken oder Gartengeißblatt.

 

Auch der grüne Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurat) kann seinen Lebensraum in heißen Sommern Richtung Norden erweitern. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine wärmeliebende Art, die vor allem südlich der Alpen richtig häufig ist. Der Rosenkäfer glänzt wie ein Schmuckstück und ist nur dann in unseren Gärten zu finden, wenn der dort Ebereschen oder andere spätblühende Doldenblütler findet. Er besiedelt unterschiedliche offene Landschaften und Grünanlagen, in denen viele Sträucher blühen. Die erwachsenen Käfer ernähren sich von den Säften und Pollen der Blüten von Rosen, Holunder und Obstbäumen. Vor allem in den Mittagsstunden können sie dabei beobachtet werden, wie sie stundenlang auf den Blüten sitzen. Der Goldglänzende Rosenkäfer gilt grundsätzlich nicht als Schädling. Auch die Engerlinge richten keine Schäden an Wurzeln oder Pflanzwerk an. Die weißen und in ihrem Körperbau dicklichen Larven ernähren sich von verrottetem Pflanzenmaterial und Holzresten. Die Entwicklungsphase der Larven dauert zwischen zwei oder drei Jahre. Die Verpuppung findet statt, nachdem die Larve aus Kompostmaterial und einem klebrigen Sekret einen festen Kokon hergestellt hat.

 

Gesichtet wurde auch an Gewässern, wo jetzt noch die Wasserminze blüht, die große Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria). Alle Schwebfliegen ahmen eine Biene oder Wespe nach. Das Prinzip nennt sich Mimikry nachdem werden wehrhafte Tiere, die ihre Wehrhaftigkeit auch durch Warnfarben herausstellen, von harmlosen Tieren nachgeahmt. Das gibt es bei Fischen, Schlangen, Spinnen und besonders häufig bei Insekten. Die Färbung der Hornissenschwebfliege gleicht perfekt der der Hornisse. Außerdem können die Schwebfliegen das Warnsummen der Hornissen ebenfalls nachahmen – also eine perfekte Tarnung und Täuschung. Die Hornissenschwebfliege ist mit einer Körperlänge von über 2 cm die größte heimische Art. Sie kommt in warmen Lebensräumen wie Brachen, Wäldern, Parks und Naturgärten vor und sucht oft die Nähe von Gewässern. Ihre Flugzeit ist von Mai bis September. Die erwachsenen Fliegen suchen blühende Sträucher und Kräuter auf um sich von Nektar zu ernähren. Ihre Tarnung hat auch eine direkte Verbindung zu ihrer Vermehrung, denn die weiblichen Fliegen legen ihre rund 40 Eier in die Nester von Hornissen oder Wespen. Die Fliegenlarven fressen dann den Nachwuchs der Wespen.

Schwebfliegen können gerade im Sommer lange Wanderung unternehmen und weit im Norden, jenseits ihres Verbreitungsgebietes auftauchen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die gesichteten Exemplare von südliche der Alpen stammen, wo die Hornissenschwebfliege sehr häufig ist.