20 Jahre für den NABU

Günther Steinert im Porträt

Günther Steinert und Gerda Hucklenbroich
Günther Steinert hat das Amt des Vorsitzenden an Gerda Hucklenbroich übertragen. / Foto: Michael Schoch

Ihr Mann griff immer erst zum Kalender, wenn Hannelore Steinert gemeinsame Termine vorschlug. Und oft hörte sie dann: „Da hab ich NABU.“ Das ging vor. Zwei Jahrzehnte lang. Dies ändert sich jetzt, denn Günther Steinert hat nach 14 Jahren das Amt des Vorsitzenden an Gerda Hucklenbroich abgegeben. (Link zum Bericht der JHV 2020) Seine Faszination für die Natur bleibt.


Die brachte ihn 2000 dazu, Mitglied des damals jungen NABU-Stadtverbandes zu werden. Erste Vorsitzende war Francisca Lienau. „Wir erfüllten ihren lang gehegten Wunsch: ein NABUtop“, erinnert sich der 87-Jährige. Die Fläche im Düsseldorfer Norden wird bis heute achtsam gepflegt. Sein persönlicher Traum – als Vater dreier Söhne – war ein schönes Gelände für Familienfeste. Nach mehreren Anläufen gelang auch dies; seitdem hat der NABU eine eigene Obstbaumwiese am Unterbacher See. Ein jährliches Apfelfest inklusive.

 

Mit Sachverstand verhandeln

Steinert ist „mit Leib und Seele Jurist“. Für Verhandlungen war seine Verwaltungserfahrung hilfreich. Neue Wege zu gehen, hat er sich nie gescheut. So wagte er nach dem Studium in Köln und Berlin etliche Karrieresprünge. „Ich wollte bewusst in die öffentliche Verwaltung. In Staatskanzlei und Wissenschaftsministerium war es eine spektakuläre Zeit damals mit Johannes Rau“, blickt er zurück. Nach erfolgreicher Bewerbung auf die Stelle des Leiters der Hochschulabteilung im niedersächsischen Kultusministerium wurde Steinert Mitte der 1970er Jahre in Hannover jüngster Ministerialdirigent der BRD, später Präsident des niedersächsischen Landesverwaltungsamts. Dann zog es ihn zurück nach NRW, zuletzt war er der ständige Vertreter des Staatssekretärs im Kultusministerium. Ein erfülltes Berufsleben, in dem er viele Fäden in der Hand hielt. „Das Organisatorische liegt mir.“


Davon profitiert der NABU Düsseldorf seit zwei Jahrzehnten. Als politisch denkender Mensch pflegt er ein großes Netzwerk, über die Stadtgrenzen hinaus. Geht es um Referenten oder Exkursionsleiter, Günther Steinert kennt bestimmt die passende Person. „Unser vielseitiges Programm ist eine große Stärke“, betont er und beschreibt abendliche Vorträge oder Beobachtungen in der Morgendämmerung: „Die machen mir immer viel Spaß, obwohl ich selbst nicht zum Ornithologen geboren bin.“


Wenn Günther Steinert nun den Kalender öffnet, dann ist dort Platz für Reisen und die Familie mit den vier Enkeln. Nach dem Kontaktverbot soll es wieder nach Teneriffa gehen: Eine Insel, deren Natur und Klima die Steinerts genauso begeistern wie das Rheinland.

 

Aus der 99. Ausgabe des grünstift!, Düsseldorfer Umweltmagazin.