Spatz an der Spitze bei der „Stunde der Wintervögel“
Bilanz der Vogelzählaktion belegt deutlichen Rückgang der Amseln
Nach der Auswertung von rund 40.000 Einsendungen mit mehr als 1,6 Millionen Vogelbeobachtungen liegen heute die Ergebnisse der Mitmach-Aktion „Stunde der Wintervögel“ vor. In diesem Jahr verlor die Kohlmeise ihren Spitzenplatz als häufigster Wintervogel unserer Städte und Dörfer an den Haussperling. Auf den Plätzen drei und vier folgen Blaumeise und Feldsperling.
In milden Wintern wie in diesem Jahr kommen tendenziell weniger Vögel an die Futterstellen, solange sie in Wald und Feld noch genügend zu fressen finden. Davon konnte offenbar der sehr ortstreue Hausspatz profitieren, der rund ums Jahr die Nähe zu den Menschen sucht.
Nach Amseln hielten viele Vogelfreunde diesmal vergeblich Ausschau. Bundesweit ging deren Zahl um etwa ein Drittel zurück. Die Wintervogelzählung lässt damit Rückschlüsse auf das „Amselsterben“ im vorigen Sommer zu. Dabei wurden besonders im Südwesten Deutschlands auffallend viele tote Amseln gefunden und auch solche mit zerrupftem Kopfgefieder. Tropenmediziner hatten bei ihnen eine Infektion mit dem zuvor bei uns unbekannten Usutu-Virus nachgewiesen. Die Zählung im Januar zeigt nun einen deutlich reduzierten Winterbestand von Südwestdeutschland Richtung Nordosten. Mit 54 Prozent haben Amseln gegenüber dem Vorjahr am stärksten in Rheinland-Pfalz abgenommen.
In Düsseldorf wurden 98 Meldungen abgegeben. Den ersten Platz belegte die Kohlmeise, gefolgt von Blaumeise und Amsel. Bundessieger Haussperling landete abgeschlagen hinter Ringeltaube und Elster erst auf Platz sechs. Auf ihn entfiel nur ein Viertel aller Meldungen - ein Zeichen, wie rar sich der Spatz in unserer Stadt gemacht hat. Noch seltener ist mit 9% alle Meldungen die früher häufige Türkentaube geworden.