Neues "Eigenheim" für Düsseldorfer Wanderfalken
Seit 1996 brüten Wanderfalken regelmäßig an einem Kamin des Kraftwerks Lausward im Düsseldorfer Hafen. Den Nistkasten hatte der NABU Düsseldorf in Kooperation mit dem Betreiber des Kraftwerks, den Stadtwerken, angebracht. Der Kasten ist jedoch nach 16 Jahren Wind und Wetter allmählich marode geworden und musste ersetzt werden.
Am 15. Februar haben die Falken nun ein funkelnagelneues „Eigenheim" bekommen: Der NABU und Stadtwerke-Mitarbeiter haben mit Hilfe eines Krans einen neuen Kasten auf einer Plattform in 75 m Höhe befestigt. Die Düsseldorfer Tagespresse berichtete ausführlich über diese Aktion.
In den 1970er Jahren galten Wanderfalken in NRW als ausgestorben. Dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen haben sich die schönen Greifvögel aber wieder angesiedelt, wobei sie die Städte als Jagd-und Brutreviere entdeckten. Hier haben die urprünglichen Felsenbrüter Kirchtürme und Schornsteine von Industrieanlagen als Niststandorte angenommen und jagen vornehmlich die zahlreichen Straßentauben. Heute gibt es in NRW wieder 132 Revierpaare.
In Düsseldorf wurden 1994 erstmals wieder Wanderfalken gesichtet. Ein Gittermast auf den Rheinwiesen war 1995 der erste Standort einer erfolgreichen Wanderfalkenbrut. Er wurde aber aufgegeben, und seit 1996 gibt es das Brutpaar am Kraftwerkskamin auf der Lausward. Danach haben sich im Laufe der Jahre drei weitere Wanderfalkenpaare in Düsseldorf angesiedelt und insgesamt 44 Junge großgezogen.
Die Wiederansiedlung der Falken war nicht zuletzt dem Einsatz der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz im NABU NRW zu verdanken. Ihr gehört auch NABU-Mitglied Ludwig Amen an, der die Düsseldorfer Brutpaare betreut und die Jungvögel beringt.